Die ersten Wochen nach der Geburt sind eine intensive Zeit voller Veränderungen, in der dein Körper Ruhe und Pflege braucht. Viele frischgebackene Mamas fragen sich, ob und wann sie wieder entspannt in die Badewanne steigen dürfen. In diesem Ratgeber erfährst du alles Wichtige rund um das Baden im Wochenbett und wie du dir diese wohlverdiente Auszeit sicher gönnen kannst.
Das Wichtigste in Kürze
Baden im Wochenbett ist grundsätzlich möglich, sollte aber erst nach vollständigem Verschluss des Muttermunds erfolgen (meist ab der 2. bis 3. Woche)
Achte auf eine angenehme Wassertemperatur von maximal 37-38°C und verwende milde, pH-neutrale Zusätze für optimale Wundheilung
Bei Geburtsverletzungen, Kaiserschnitt-Narben oder Komplikationen solltest du vorher unbedingt mit deiner Hebamme oder deinem Arzt sprechen
Kurze Bäder von 10-15 Minuten sind besser als lange Vollbäder, um deinen Kreislauf zu schonen und Infektionen vorzubeugen
Ja, Baden im Wochenbett ist grundsätzlich erlaubt und kann sogar wohltuend sein. Allerdings gibt es einige wichtige Voraussetzungen, die du beachten solltest. Der Muttermund muss vollständig verschlossen sein, damit keine Keime in die Gebärmutter gelangen können. Deine Hebamme kann dir bei den Nachsorgeuntersuchungen sagen, wann dieser Zeitpunkt erreicht ist und du sicher baden darfst.
Ab wann darf man im Wochenbett baden?
Die meisten Hebammen empfehlen, mindestens 10 bis 14 Tage nach der Geburt mit dem ersten Vollbad zu warten. Bei einem unkomplizierten Geburtsverlauf ohne größere Verletzungen kann es manchmal schon nach der zweiten Woche möglich sein. Bei einem Kaiserschnitt oder größeren Geburtsverletzungen wie einem Dammriss solltest du etwas länger warten, oft etwa 3 bis 4 Wochen. Lass dich von deiner Hebamme beraten, denn sie kennt deinen individuellen Heilungsverlauf am besten.
Auf was ist bei der Bade-Session zu achten?
Achte darauf, dass das Badewasser nicht zu heiß ist, denn Temperaturen über 38°C können deinen Kreislauf belasten und die Wundheilung stören. Die Badezeit sollte zu Beginn nicht länger als 10 bis 15 Minuten dauern, damit dein Körper sich langsam an die Belastung gewöhnen kann. Verwende milde, parfümfreie Badezusätze oder spezielle Wochenbett-Kräutermischungen, die die Heilung unterstützen. Nach dem Baden ist es wichtig, den Intimbereich sanft abzutupfen statt zu reiben, um die empfindliche Haut nicht zu reizen.
Checkliste für dein erstes Bad im Wochenbett
Rücksprache mit deiner Hebamme oder deinem Arzt gehalten
Wassertemperatur mit Badethermometer überprüft (maximal 37-38°C)
Milde, pH-neutrale Badezusätze oder heilende Kräuter bereitgelegt
Rutschfeste Matte in der Badewanne platziert
Weiche, saubere Handtücher griffbereit
Frische Unterwäsche und Wochenbett-Einlagen vorbereitet
Hilfe in der Nähe (Partner oder Familie), falls der Kreislauf schwächelt
Ausreichend Zeit eingeplant, ohne Stress oder Zeitdruck
📌 Hebammen-Tipp: Lege dir vorher alle wichtigen Utensilien zurecht. Nach einem warmen Bad kann der Kreislauf etwas absacken, besonders in den ersten Wochen nach der Geburt. Hab deshalb immer jemanden in der Nähe, der dir beim Aussteigen helfen kann, falls du dich schwindelig fühlst.
Was sollte man beim Baden während der Wochenbett-Zeit vermeiden?
Vermeide zu heißes Wasser, denn das kann die Durchblutung zu stark anregen und den Wochenfluss verstärken. Auch langes Baden über 20 Minuten solltest du in den ersten Wochen vermeiden, da dies deinen Körper unnötig belastet. Stark parfümierte Badezusätze, Schaumbäder oder Öle können den empfindlichen Intimbereich reizen und sollten besser gemieden werden. Bei noch bestehenden offenen Wunden oder starkem Wochenfluss ist Duschen die bessere Alternative.
📌 Hebammen-Tipp: Wenn du unsicher bist, ob deine Geburtsverletzungen schon ausreichend verheilt sind, kannst du zunächst nur ein Sitzbad nehmen. Dabei sitzt du in lauwarmem Wasser, das nur bis zur Hüfte reicht. Das ist schonender und unterstützt die Heilung im Intimbereich besonders gut.
Wie oft kann man in die Badewanne gehen?
In den ersten Wochen nach der Geburt reicht ein bis zwei Mal pro Woche baden völlig aus. Häufigeres Baden kann die Haut austrocknen und den natürlichen Säureschutzmantel schwächen, was gerade im sensiblen Intimbereich nicht förderlich ist. Zwischen den Bädern ist Duschen die bessere Wahl für die tägliche Hygiene. Höre auf deinen Körper und achte darauf, wie du dich nach dem Baden fühlst.
Dein Pflege-Helfer im Wochenbett
Mit einer Intimdusche kannst du dich auch ohne vollständige Baderoutine im Intim-Bereich waschen. Schnell. Hygienisch. Schonend.
Baden im Wochenbett kann eine wunderbare Auszeit sein, die Körper und Seele guttut. Wichtig ist, dass du auf die Signale deines Körpers hörst und die Heilungsphase respektierst. Mit der richtigen Vorbereitung, milden Zusätzen und angenehmer Wassertemperatur wird dein erstes Bad nach der Geburt zu einem entspannenden Erlebnis. Sprich bei Unsicherheiten immer mit deiner Hebamme, denn sie begleitet dich professionell durch diese besondere Zeit.
Häufig gestellte Fragen
Leichter Wochenfluss ist kein Hinderungsgrund für ein Bad, solange der Muttermund bereits geschlossen ist. Achte darauf, dass das Wasser sauber ist und verwende milde Badezusätze. Nach dem Baden solltest du frische Wochenbett-Einlagen verwenden, da sich der Wochenfluss durch die Wärme vorübergehend verstärken kann.
Mit einer Kaiserschnitt-Narbe solltest du etwa 3 bis 4 Wochen warten, bis die Wunde vollständig verheilt und die Fäden oder Klammern entfernt sind. Deine Hebamme oder dein Arzt wird dir sagen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Achte darauf, die Narbe nach dem Baden vorsichtig trocken zu tupfen und nicht zu reiben.
Besonders bewährt haben sich Kräutermischungen mit Kamille, Calendula oder Schafgarbe, die entzündungshemmend und heilungsfördernd wirken. Auch Sitzbäder mit Eichenrinde können bei Geburtsverletzungen wohltuend sein. Vermeide stark parfümierte oder chemische Zusätze, da sie den empfindlichen Intimbereich reizen können.
Constanze Meister ist Redakteurin bei Frida und begleitet junge Eltern mit alltagsnahen Tipps und Infos rund ums Leben mit dem Baby. Stets mit dem Ziel, Orientierung und kleine Erleichterungen im Familienalltag zu schaffen.