Im Wochenbett können verschiedene Arten von Kopfschmerzen auftreten. Die richtige Unterscheidung hilft dir, die passende Behandlung zu finden.
Spannungskopfschmerzen
Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Art im Wochenbett. Du spürst einen dumpfen, drückenden Schmerz, der sich wie ein Band um den Kopf oder ein Druck auf Stirn und Schläfen anfühlt. Diese Kopfschmerzen entstehen meist durch Verspannungen im Nacken und Schulterbereich, Stress oder Übermüdung und werden durch die anstrengende Stillposition und das ständige Tragen des Babys verstärkt.
Migräne
Migräne kann sich im Wochenbett durch die hormonellen Veränderungen verstärken oder erstmals auftreten. Typisch sind pulsierende, oft einseitige Kopfschmerzen, die mit Übelkeit, Lichtempfindlichkeit oder sogar Sehstörungen einhergehen können. Die Beschwerden werden durch Bewegung meist schlimmer, weshalb Ruhe in einem abgedunkelten Raum besonders wichtig ist.
PDA-Kopfschmerzen (Post-Dural-Puncture Headache)
Wenn bei der Periduralanästhesie versehentlich die harte Hirnhaut verletzt wurde, kann Liquor austreten. Das führt zu typischen Kopfschmerzen, die im Liegen deutlich besser werden und beim Aufstehen oder Sitzen stark zunehmen. Diese Art von Kopfschmerzen beginnt meist 1 bis 3 Tage nach der Geburt und sollte unbedingt vom Arzt oder der Geburtshilfe abgeklärt werden.
Kopfschmerzen durch Blutdruckschwankungen
Sowohl niedriger als auch hoher Blutdruck können im Wochenbett zu Kopfschmerzen führen. Bei niedrigem Blutdruck fühlst du dich oft schwindelig und müde, während hoher Blutdruck mit pochenden Kopfschmerzen, Sehstörungen und Unwohlsein einhergehen kann. Besonders hoher Blutdruck erfordert schnelle ärztliche Abklärung, da er auf eine gefährliche postpartale Präeklampsie hinweisen kann.